Foto- © Eddy Risch

Worüber nicht nur Voradelberger lachen

Lacht der Vorarlberger überhaupt? Ist jener Landstrich zwischen Bodensee und Piz Buin nicht durch eine alemannische Nüchternheit geprägt, die dem Lachen skeptisch gegenübersteht? Herrscht dort nicht eine rätische und keltische Sprödheit, die die Bewohner eher ans „Schaffa“ (Arbeiten) und ans „Hüsle baua“ (Häuselbauen) denken läßt als an Vergnügen und Humor?

Nach eingehender Recherche auf den Bühnen der Kleinkunst-Theater, der Event-Zelte und Festival-Bühnen des Ländles kann ich diese Frage mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten! Ja, er lacht, der Vorarlberger, er kann wirklich lachen, laut und herzlich, ausgelassen und kichernd, manchmal auch verkniffen und leise, so, als ob er sich dafür genierte, aber … er lacht. Mit „amana Viertile“ (einem Viertel) intus meistens ein bißchen lauter.

Markus Linder ist ein Mann, „der den Berg, den Gott zwischen die Völker stellte, ständig überschreitet“. Gemeint ist der Arlberg, der Tirol von Vorarlberg trennt. Linder ist in Rankweil in Vorarlberg geboren, heute lebt er in Tirol und ist bekannt als Kabarettist, Moderator, Leiter des New-Orleans-Festivals sowie als Pfarrer Anton Prinz in der ORF-Serie Vier Frauen und ein Todesfall. Für sein Buch „Voradelberg“ hat er den Humor der Vorarlberger erforscht und seiner Heimat und deren Humor ein liebevoll-satirisches Denkmal gesetzt.

Die etwas schrulligen Zeitgenossen aus dem westlichsten Bundesland nimmt Markus Linder unter die Lupe – und entpuppt sich als wahrer Grenzgänger. Er versammelt Lieder, Witze, Kuriositäten, Geschichten und Anekdoten. Brennende Fragen, die sich dem Restösterreich immer wieder stellen, beantwortet er mit humorvoller Leichtigkeit: Wer sind die wahren Hinter-Arlberger, die Menschen vor oder die hinter dem Arlberg? Was sind die heimlichen Hymnen des Landes? Wo liegt die Gürtellinie – und wo liegt das Darunter? Warum ist der Vorarlberger so sparsam mit Lob (Ned gschumpfa ischt g’lobt gnuag)? Woher kommt die große Sparsamkeit der Alemannen? Welches Wort lernen Vorarlberger Kinder als erstes? Ist das „Schaffa“ und das „Hüsle baua“ wirklich zentrales Lebensziel? Was passiert, wenn ein Gsiberg-Mann nach Wien fährt? Und was um alles in der Welt bedeutet eigentlich dieses „Gsi“?

Am 8. März um 20:00 liest Markus Linder in der Stadtbücherei Axams aus seinem klugen und überaus amüsanten Buch. Lasst euch die Möglichkeit, mehr über unsere Nachbarn vor (oder eben hinter) dem Berg zu erfahren, nicht entgehen!