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Risotto Zorzi – mörderisch gut!

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„Es ist so“, erklärte Arnold Körber, „Menschen, die schlimme Dinge angerichtet haben, lässt man nicht so gerne in die Nähe von Messern.“

Sie ist die Prinzessin von Arborio. Elisabetta Zorzi ist attraktiv, beruflich erfolgreich und begehrt – und sie ist eine schwarze Witwe, wie sie im Buche steht. Die beliebte Restaurantchefin ist es gewohnt, dass sie bekommt, was sie will.

Und sie ist sich ihrer anziehenden Wirkung bewusst. Ihre Mitarbeiter schwärmen genauso von ihr wie ihre Kunden und ihre Verehrer. Und keiner von ihnen ahnt, wie gefährlich es ist, sich in ihre Nähe zu begeben.
Denn einmal in Missgunst gefallen, müssen die Männer in Elisabetta Zorzis Leben sterben. Einer nach dem anderen.

Die charmante Mörderin trauert gerade um ihren jüngst verstorbenen Ehemann, als sie von dem Kriminalpsychologen Arnold Körber überführt wird. Körber ist fasziniert von Zorzis Verbrechen – noch mehr aber von ihr selbst.

Elisabetta Zorzis Umgang mit ihren Liebhabern empfehlen wir zwar nicht zur Nachahmung, aber das köstliche Risottorezept mit österreichischem Einschlag von Küchenchef Massimo regt definitiv zum Nachkochen an.

Werfen Sie mit Bettina Balàka hier einen Blick in die Kochtöpfe der Cantinetta Zorzi und holen Sie sich italienisches Flair in die heimische Küche:

 

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Risotto Zorzi

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Die Gastrokritiker kombinierten in ihren Hymnen die Begriffe „sämig“, „bissfest im Kern“ und „ein Feuerwerk an Aromen“ und zogen das Fazit: „Noch nie hat Reis so gut geschmeckt.“

 

Zunächst wird eine Gemüsebrühe hergestellt. Das Wurzelwerk, das abgepackt verkauft wird, hat einen viel zu hohen Anteil an Karotten, wodurch die Brühe für das Risotto zu süß wird. Es empfiehlt sich daher, den Anteil an Lauch, Petersilie, Petersilienwurzel, gelben Rüben und Knollensellerie so weit zu erhöhen, bis alles ausgewogen ist.
Dazu kommt eine halbierte Zwiebel mit Schale. Mit Ausnahme von Petersilie und Lauch wird alles in Olivenöl (bitte nicht „das billige zum Kochen“, sondern beste Qualität) angeschwitzt, um Röstaromen zu erzeugen.

Aufgießen mit einem Schluck besten Grünen Veltliners (derselbe, der dann für das Risotto verwendet wird). Mit Wasser auffüllen, dazu: Salz, Pfefferkörner, Pimentkörner, Lorbeerblätter, und ganz wichtig: Die Rinde des später verwendeten Sovrano („Büffelparmesan“) mitkochen. Ca. 1 Liter Brühe herstellen, etwaige Reste anderweitig verwenden. Langsam kochen, durch ein Sieb abgießen.

Stücke eines Hokkaido-Kürbisses in einer Schüssel mit Olivenöl, Salz und Pfeffer verrühren, auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech bei 180 Grad im Rohr backen, bis er karamellisiert.

Ein Soffritto aus Schalotten, Knoblauch und Stangensellerie herstellen. Alles sehr klein hacken und in Olivenöl andünsten. Keinesfalls bräunen! Arborio-Reis (ich bevorzuge eine Bio-Marke) dazugeben und glasig werden lassen („tostatura“). Mit Grünem Veltliner ablöschen. Die Brühe, mit der dann immer wieder aufgegossen wird, muss heiß sein. Nur wenig aufgießen, einkochen lassen, dann wieder aufgießen.

Guten Arborio muss man nicht pausenlos rühren, da er sehr viel Stärke enthält und das Risotto auch mit etwas weniger Anstrengung sämig wird. Man kann es also getrost ein paar Minuten einkochen lassen und erst dann wieder umrühren. Viele machen Risotto in einem Kochtopf, aber für mich funktioniert am besten eine tiefe Teflon-Pfanne, da in dieser nichts so leicht anbäckt.

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… Das Beste aber seien die Risotti. Sämig. Cremig. Geschmacksfeuerwerk. Wegen dieser Risotti werde die Inhaberin des Restaurants „Die Prinzessin von Arborio“ genannt.

Die „mantecatura“ bezeichnet das finalisierende Zusammenrühren von Risotto, Käse und Butter zum Erzeugen einer cremigen Konsistenz. Wenn das Risotto noch einen Hauch zu feucht ist (die Restflüssigkeit zieht dann noch ein), den Herd abschalten. Kürbisstücke, fein geriebenen Sovrano und Butter einrühren, Deckel drauf, ein paar Minuten ruhen lassen. Mit steirischem Kürbiskernöl beträufelt servieren.

Ebenso, wie hier die italienische arte culinaria und österreichische Kochkunst harmonieren und sich auf köstlichste Art ergänzen, schafft es Bettina Balàka in ihrem Roman Liebesgeschichte und Kriminalroman auf unterhaltsamste Weise zu kombinieren.

Allen, die nun wissen möchten, wie die Begegnung zwischen der schwarzen Witwe Elisabetta Zorzi und dem Kriminalpsychologen Arnold Körber ausgeht, legen wir die Lektüre Buches wärmstens ans Herz: Die Prinzessin von Arborio von Bettina Balàka.

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Buon appetito!


 

Foto- © Kurt Michael Westermann

Bettina Balàka, Foto: © Kurt Michael Westermann

Bettina Balàka

Bettina Balàka, geboren 1966 in Salzburg, lebt als freie Schriftstellerin in Wien. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, Theaterstücke und Hörspiele. Vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor-Körner-Preis (2004), dem Salzburger Lyrikpreis (2006) und dem Friedrich-Schiedel-Literaturpreis (2008). Zuletzt erschienen: Eisflüstern. Roman (2006), Schaumschluchten. Gedichte (2009). Bei Haymon: „Auf offenem Meer“. Erzählungen (2010), „Kassiopeia“. Roman (2012, HAYMONtb 2013), „Unter Menschen“. Roman (2014) sowie „Die Prinzessin von Arborio“. Roman (2016). www.balaka.at

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